#9 Diktatur der Arbeitermörder: der Austrofaschismus

Heute geht es um ein so wichtiges wie unterbelichtetes Kapitel der Liebesgeschichte zwischen Österreich und Faschismus, dem sogenannten Austrofaschismus, oder der Diktatur der klerikalfaschistischen Christlich-Sozialen Partei bzw. Vaterländischen Front. Einem viel zu wenig bekannten, aber sehr wichtigen Kapitel der Geschichte des Klassenkampfes in Österreich. Faire Warnung – wenn politische Gewalt und Mord für dich Trigger sind, dann lass diese Folge besser aus.

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#8 Ein garantierter Arbeitsplatz für alle und das Erbe der Aktion 20.000

Die Aktion 20.000 war ein mutiger Versuch mit der überholten Arbeitsmarktpolitik Österreichs zu brechen und Menschen, die besonders dringend Unterstützung brauchen, zu helfen. So mutig die Aktion auch war, sie war nicht mehr als ein Versuchsballon, und zwar einer, den die schwarzblaue Regierung unter Konzernkanzler Sebastian Kurz genüsslich zerplatzte, und damit tausenden Menschen Hoffnung und Perspektiven wieder wegnahm.

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#7 Nicht nur #SechsAchtZehn – revolutionärer Mut bei der SPÖ?

Vor ein paar Tagen haben einige SPÖ Politiker*innen ein Video zum Tag der Arbeitslosen und zum Tag der Arbeit veröffentlicht, dass den Slogan #SechsAchtZehn vorstellt. #SechsAchtZehn steht für Sechs Stunden Lohnarbeit, acht Stunden Schlaf und zehn Stunden Freizeit. Der Slogan ist an die berühmte 8-8-8 Formel angelehnt, mit der die Arbeiter*innenbewegung nach dem gleichen Prinzip den 8 Stundentag erkämpft hat.

Vor 100 Jahren hat die Arbeiter*innenbewegung das 8-8-8 Modell erkämpft: 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Schlafen, 8 Stunden Freizeit

Seit die SPÖ unter Bruno Kreisky die 40 Stundenwoche in Österreich eingeführt hat, ist viel Zeit vergangen. Die Produktivität der Volkswirtschaft ist seither explodiert, die Löhne und die Arbeitszeit stagnieren aber im Wesentlichen. Die 40 Stundenwoche ist längst nicht mehr zeitgemäß und es ist überfällig, dass die Arbeiter*innen einen gerechten Anteil am enormen Anstieg der Produktivität bekommen. Ein Arbeitstag mit sechs Stunden bzw. eine Arbeitswoche mit 30 Stunden bei vollem Lohnausgleich wäre nur fair.

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#6 Was wenn Klopapier so ungleich verteilt wäre wie Vermögen?

Viele von uns wurden am Anfang der Coronakrise in Österreich daran erinnert, dass es buchstäblich ziemlich scheiße ist, ohne Klopapier dazustehen. Während in anderen Ländern Wein und Kondome gehamstert wurden, schloss sich Österreich jenen Ländern an, in denen die Klopapierregale leergeräumt wurden. Für ein paar Tage gab es mancherorts sogar Situationen in denen Menschen auf Nachbarschaftshilfe angewiesen waren, aber die Supermärkte hatten die Regale bald wieder gefüllt und es gab mehr als genug Klopapier für alle Menschen, die in Österreich leben.

Die Gesamtmenge an Klopapier in Österreich reicht locker für uns alle, niemand muss hamstern, niemand muss sparen, niemand muss verzichten. Aber was wäre, wenn diese Gesamtmenge extrem ungerecht verteilt würde?

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#5 Milliardär*innen VS Held*innen – wer soll für die Coronakrise zahlen?

„Wir alle“, „Nationaler Schulterschluss“, „Zusammenhalten“ hört man seit dem tödlichen Coronavirus besonders oft. Aber es stimmt halt nicht. Die Idee hinter diesem Podcast ist es, das auszusprechen, was ist. Und das ist, dass der Klassenkampf nie aufgehört hat. Er wird brutal von oben gegen unten geführt. Im Moment sieht man das deutlich daran, wie die Vorbereitungen laufen, dass wir alle für die Kosten der Coronakrise zahlen, während sich die Bonzen, Bosse und Geldeliten weiter bereichern.

Neben dem medizinisch-wissenschaftlichem Kampf gegen die Verbreitung lautet die zentrale Frage der Stunde: Wer wird die Kosten der Coronakrise tragen? Jene, die es sich leicht leisten können? Oder die breite Masse? Wenn jetzt die Heldinnen und Helden der Krise überall gefeiert werden, die Arbeiter*innen im Einzelhandel, in den Krankenhäusern, in den Pflegehäusern, in den Apotheken, in den Öffis, in der gesamten Infrastruktur, etc. – sollten wir dann nicht ein System schaffen, bei dem sie nicht nachher auch noch für die Krise zahlen müssen, wo sie jetzt schon mehr leisten müssen, ohne etwas dafür zu bekommen?

Warum müssen sie und wir alle zahlen, in Form von sozialem Kahlschlag, fehlenden Investitionen in Infrastruktur oder, ja, auch das wird unweigerlich von neoliberalen Organisationen wie dem Rechnungshof gefordert werden wird – Einsparungen im Gesundheitswesen? Wenn der soziale Kahlschlag kommt, werden einige Arbeiter*innen im Gesundheitswesen, für die jetzt geklatscht wird, plötzlich arbeitslos sein. Ein Danke, wie es nur Neoliberale aussprechen können.

Warum werden nicht einfach die zur Kasse gebeten, die es sich nicht nur leicht leisten können, sondern die es auch verdient haben, endlich einmal etwas beizutragen?

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#4 Seit mehr als 33 Jahren: Hier regiert die ÖVP!

Es ist der 21. Jänner 1987. Damals war Kurt Waldheim Bundespräsident von Österreich. Im kleinen niederösterreichischen Dorf Wien Meidling war in der Familie Kurz der junge Sebastian gerade einmal ein halbes Jahr alt. Unweit der ländlichen Herkunft des österreichischen Konzernkanzlers wurde die Bundesregierung unter Franz Vranitzky angelobt. Das war das endgültige Ende der Ära Kreisky. Kreisky wirkte noch in der rot/blauen Koalition nach, die seinem Rücktritt folgte. Doch mit dem Aufstieg Jörg Haiders beendete Franz Vranitzky die Koalition mit der FPÖ. Daher kam es zu Neuwahlen, und am 21. Jänner 1987 wurde die neue Regierung angelobt. Es war eine große Koalition aus SPÖ und ÖVP. Alois Mock wurde Vizekanzler und Außenminister. Und seit diesem Tag hat es in Österreich keine Bundesregierung ohne ÖVP gegeben. Und das merkt man dem Land an.

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