#1 Härtefallfonds ohne Härtefälle oder: Klassenkampf von oben geht alle an

Wenn man das Wort Klassenkampf hört denken die meisten von uns wohl an Arbeiter*innen, die sich gegen die Ausbeutung durch die Bosse wehren. Aber vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, was man gemeinsam hat, sondern was trennt. Einer der größten Erfolge des Kapitalismus ist, dass es gelungen ist fast vollständig zu verschleiern, dass die Interessen der überwältigenden Mehrheit, der 99 % wenn man so will, und die Interessen einer kleinen Gruppe von Reichen, dem 1 %, fundamental auseinanderfallen und verschieden sind. Kapitalismus im Allgemeinen und der momentan herrschende extreme Neoliberalismus im besonderen teilen und herrschen.

Daher denke ich, dass die Einsichtig wichtig ist, dass nicht so sehr alle Arbeiter*innen gegen alle Unternehmen in einer Form von Klassenkampf existieren, sondern dass viele Unternehmer*innen eigentlich Teil der ausgebeuteten Klasse sind. Neue selbstständige oder Einpersonenunternehmen (EPU) führen oft extrem prekäre Existenzen und sie den Ausbeuter*innen zuzurechnen wäre falsch. Bis zu einem gewissen Grad gilt das auch für kleine Unternehmen. Anständig geführt haben die viel mehr mit ihren Mitarbeiter_innen gemeinsam als mit großen Konzernen auf deren Seite sie oft mitgemeint werden. Und wenn man das bedenkt, dann kann man in Österreich gerade, mitten in der Coronakrise, etwas sehr Interessantes beobachten: Staatlich geführten Klassenkampf von oben.

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