#3 Psychologische Gesundheitsversorgung als Klassenkampf von oben

Die aktuelle Situation ist eine Herausforderung für Menschen, die in stabilen Verhältnissen leben und physisch und psychisch gesund sind. Andere sind da schon näher an dem Punkt, an dem man vom Leidensdruck einer psychischen Erkrankung reden kann, und die Coronakrise ist die Belastung die das Fass zum Überlaufen bringt. Wenn zum Beispiel das Arbeitseinkommen wegfällt, man als Selbständige keine Aufträge mehr bekommt, oder klassische Studierendennebenjobs ersatzlos ausfallen und nicht zum Bezug von Sozialleistung berechtigen. Und dann gibt es noch die vielen Menschen, die vor und unabhängig von der Coronakrise mit Krankheiten zu tun haben und nun oft zusätzlich belastet werden. In der aktuellen Krise wird vielen schmerzlich bewusst, wie schlecht es um die Gesundheitsversorgung vieler Menschen steht, die psychisch erkrankt sind. Was das mit Klassenkampf zu tun hat? Darum geht es in dieser Folge.

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#2 Corona-Klassenkampf von oben oder: Menschenopfer für den Kapitalgott

Als am Montag die Maskenpflicht verkündet wurde, appellierte vor allem Vizekanzler Werner Kogler eindringlich an die Bevölkerung, die Maßnahmen der Regierung bitte einzuhalten. Zuvor hatte Konzernkanzler Sebastian Kurz klargestellt, dass die Diskussionen über eine Lockerung der Maßnahmen pure Fantasie sind und nicht so bald kommen werden.

Aber dieser Diskurs will und will nicht aufhören. Egal wie dramatisch sich Politiker*innen, Expert*innen, Ärzt*innen, Pfleger*innen und Betroffene an die Öffentlichkeit wenden, immer wieder kommt die Argumentation, dass man *die* „Wirtschaft“, was auch immer das genau sein soll, nur kurz unterbrechen könne, weil sonst die wahre Apokalypse drohe.

In dieser Folge geht es um die Selbstentlarvung des Kapitalismus als Opferkult. Das ist selbstverständlich keine Offenbarung, wer sich kritisch damit beschäftig, weiß, dass im Kapitalismus Menschen für Profit geopfert werden. Aber an sich wird versucht das zu verschleiern. Es ist ungewöhnlich und daher entlarvend, wenn Kapitalist*innen öffentlich darüber diskutieren, wer für Profit sterben soll.

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#1 Härtefallfonds ohne Härtefälle oder: Klassenkampf von oben geht alle an

Wenn man das Wort Klassenkampf hört denken die meisten von uns wohl an Arbeiter*innen, die sich gegen die Ausbeutung durch die Bosse wehren. Aber vielleicht geht es gar nicht so sehr darum, was man gemeinsam hat, sondern was trennt. Einer der größten Erfolge des Kapitalismus ist, dass es gelungen ist fast vollständig zu verschleiern, dass die Interessen der überwältigenden Mehrheit, der 99 % wenn man so will, und die Interessen einer kleinen Gruppe von Reichen, dem 1 %, fundamental auseinanderfallen und verschieden sind. Kapitalismus im Allgemeinen und der momentan herrschende extreme Neoliberalismus im besonderen teilen und herrschen.

Daher denke ich, dass die Einsichtig wichtig ist, dass nicht so sehr alle Arbeiter*innen gegen alle Unternehmen in einer Form von Klassenkampf existieren, sondern dass viele Unternehmer*innen eigentlich Teil der ausgebeuteten Klasse sind. Neue selbstständige oder Einpersonenunternehmen (EPU) führen oft extrem prekäre Existenzen und sie den Ausbeuter*innen zuzurechnen wäre falsch. Bis zu einem gewissen Grad gilt das auch für kleine Unternehmen. Anständig geführt haben die viel mehr mit ihren Mitarbeiter_innen gemeinsam als mit großen Konzernen auf deren Seite sie oft mitgemeint werden. Und wenn man das bedenkt, dann kann man in Österreich gerade, mitten in der Coronakrise, etwas sehr Interessantes beobachten: Staatlich geführten Klassenkampf von oben.

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